Beisl Der steirische Gourmet

Womit sich die Inka stärkten

Steiermark | Cafétest: Günter Eichberger | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

Hier war jahrzehntelang eine Buchhandlung. Jetzt ist es ein alternatives Literaturtausch-Café mit veganvegetarischen Speisen. Wer ein Buch ins Regal stellt, darf auch eines mit nach Hause nehmen. Hier sieht man tatsächlich Menschen lesen! Über den Zusammenhang zwischen Literatur und Vegetarismus denken wir ohne rechtes Ergebnis bei einem spritzigen Glas Apfelwein von Mana nach. Sag nicht Most zu ihm! Das zusammengewürfelte Mobiliar aus zweiter Hand lässt sich nur durch das Gebot der Nachhaltigkeit rechtfertigen. In einer blauen Schatztruhe lagert Kinderspielzeug.

Als Auftakt eine passierte, allzu intensiv gewürzte Gemüsesuppe (€ 2,50). Spezialität sind die saftigen Quinoa-Schnitten mit Mais und Bergkäse ( € 7,20). Das schon von den Inka kultivierte Korn regt die Serotoninproduktion an, macht aber nicht zwangsläufig glücklich. Der Tagesteller ist ein vorgeblich thailändischer Nudeltopf (samt Dessert € 7,80) mit ein wenig geräuchertem Tofu, dem es an der raffinierten Schärfe der thailändischen Küche mangelt. Gesund allein ist zu wenig. Der patzige orientalische Milchreis ist keine willkommene Draufgabe. Exzellent wie eh und je hingegen Ewald Zweyticks Weißweine.

Resümee

Das kleine Lokal von Cornelius van der Mescht erreicht sein studentisches Zielpublikum, zu dem wir definitiv nicht gehören.

Cofeba, Goethestraße 42,8010 Graz, Tel. 0677/61 25 12 31, Mo-Fr 7.30-20 Uhr


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