Auf der Suche nach Veränderung

Pop stand einst für Originalität und Fortschritt. John Cales neue Platte erinnert an diese Utopie

Feuilleton | Essay: Gerhard Stöger | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

Es wird Veränderung geben, sang John Cale 1982 in seinem Lied "Changes Made". Was genau er damit meinte? Schwer zu sagen. Vielleicht ging es einfach um den Frühling, der auf den Winter folgt. Um eine persönliche Krise womöglich? Oder doch um weit mehr, das Große, Ganze gar?

"Music for a New Society" hieß die zugehörige Platte ganz unbescheiden. Allzu große Beachtung wurde ihr zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht zuteil. Heute gilt sie in ihrer Mischung aus Beklemmung und Harmonie, aus Pop und Improvisation, Depression und Schönheit als eines der herausragenden Werke des walisischen Meisters der dunkel gekleideten Rockmusik.

34 Jahre später bringt Cale dieses Album nun in einer klangtechnisch überarbeiteten und um drei Bonustracks erweiterten Version neu heraus. Dazu packt er mit "M:FANS", einem zeitgleich erscheinenden weiteren Album, die vor Altersmilde angenehm gefeite elektronische Interpretation des alten Materials. Wieder singt er "There gonna be some changes", nunmehr


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