Kommentar des Chefredakteurs

Wieso Österreich bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise nicht versagt hat

Falter & Meinung | Kommentar: Florian Klenk | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

Kürzlich rief eine neugierige Kollegin der New York Times an. Sie recherchierte, wieso es in Österreich, anders als in Deutschland, keine Anschläge gegen Flüchtlingsheime und keine Pegida-Demonstrationen gibt. In Relation zur Größe des Landes betrachtet nehme Österreich ja genauso viele Asylwerber auf wie der große Nachbar. Wir diskutierten eine steile These: Die Politik hat in diesem Land gar nicht versagt. Ganz im Gegenteil.

Blicken wir doch zurück, wie dieses Flüchtlingsdrama begann, im Hitzesommer 2015, als Flüchtlinge festsaßen, in Mazedonien zurückgeprügelt wurden und im Lastwagen erstickten. Die Asylwerber entdeckten, dass sie auch gewaltige politische Macht haben, wenn sie als Kollektiv zu Fuß nach Wien marschierten, eine EU-Fahne in der einen, die Kinder an der anderen Hand. In dieser Nacht des Aufbruchs hatten Angela Merkel und Werner Faymann eine historische Entscheidung getroffen. Deutschland setzte das Dublin-Abkommen aus, verzichtete also auf Rückführungen


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