Am Apparat Telefonkolumne

Sind Sie jetzt ein Blauer, Herr Dönmez?

Politik | Interview: Nina Horaczek | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

Der frühere grüne Bundesrat Efgani Dönmez referiert vor freiheitlichen Arbeitnehmern in Oberösterreich zum Thema Integration - und sorgt für Verwunderung in seiner Partei. Schließlich ist die offi zielle Linie der Grünen, bei der FPÖ nicht anzustreifen. Dem Falter erklärt Dönmez, wieso er trotzdem bei der FPÖ auftritt.

Wieso sprechen Sie als Grüner bei den Freiheitlichen über Integration?

Ich bin von den freiheitlichen Arbeitnehmern eingeladen worden, über Integration zu sprechen. Ich verstehe die Aufregung nicht und frage mich, was manche für ein Demokratieverständnis haben. Ich renne niemandem nach, aber diskutiere mit allen.

Bei den Grünen herrscht der Grundsatz, bei der FPÖ nicht einmal anzustreifen.

Die so argumentieren, sind genau jene, die den Zulauf zur FPÖ maßgeblich mitentscheiden. Das Gespräch zu verweigern ist der einfachste und dümmste Weg. Ich gehe lieber in die Höhle des Löwen und vertrete meine Meinung.

Manch grüner Kollege wird Ihnen vorwerfen, das Feigenblatt für die FPÖ zu spielen.

Ich werde dort Zahlen und Daten zur Integration referieren. Was andere interpretieren, ist nicht mein Problem.

Was werden Sie der FPÖ erzählen?

Was ich immer sage: Das größte Problem ist, dass wir das Thema Integration Rechts- oder Linksaußen überlassen. Die Wahrheit liegt aber in der Mitte.

Können Sie sich vorstellen, Integrationsbeauft ragter der schwarz-blauen Landesregierung zu werden?

Dort, wo ich meine Expertise einbringen kann, bringe ich sie gerne ein.

Dass die FPÖ Teil der oberösterreichischen Landesregierung ist, stört nicht?

Schwarz-Blau, Rosa-Blau, Grün-Blau oder nur Rot-Grün ist mir egal. Ich stelle meine Expertise gerne zur Verfügung. Die Entscheidungen treffen die Politiker, und ich bin keiner mehr.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige