Der nächste Abgrund

Nach den Rohstoffpreisen brechen die Aktienkurse ein. Europa befindet sich am Vorabend der nächsten Wirtschaft skrise

Politik | Analyse: Stephan Schulmeister | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

Wer verstehen will, was uns droht, muss zuerst zurückblicken. Was waren die Ursachen der Finanzkrise 2008?

Dazu gibt es zwei Sichtweisen. Die Symptomsicht: US-Banken hatten an nahezu mittellose Menschen Hauskredite vergeben, diese zu hybriden Wertpapieren gebündelt und weltweit verkauft. Als die Zinsen stiegen und die Immobilienpreise sanken, wurden diese Papiere wertlos, das Eigenkapital der Banken schmolz, die Vertrauenskrise zog auch die Realwirtschaft in die "große Rezession". Kurz: ein gewaltiger "Betriebsunfall" durch menschliches Versagen.

Die systemische Alternativsicht: Die große Krise ist Ergebnis von "business as usual" auf den Finanzmärkten. Diese produzieren nämlich Abfolgen von "Bullen-und Bärenmärkten". In den Bullenmärkten steigen Aktienkurse, Rohstoffpreise, Zinssätze, Wechselkurse oder Immobilienpreise exzes-Wechselkurse oder Immobilienpreise exzessiv, in den Bärenmärkten sinken sie (daher) exzessiv.

Im Jahr 2008 fallen drei Bärenmärkte zusammen: Die Preise


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