Die im Dunkeln sieht man jetzt

Obdachlosen-Stadttouren sind international beliebt. Nun hat auch Wien eine "Shades Tour"

Stadtleben | Tourbericht: Daniel Nutz | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

Auf den ersten Blick gibt es kaum touristisch uninteressantere Orte als den Rennweg in Erdberg. Hinter Fritz R. sausen die Autos vorbei. Die Stimme des 33-Jährigen verschwimmt mit dem Verkehrslärm. Darum beendet Fritz R. schnell seine Einführung, öffnet die große Holztüre und führt die zehnköpfige Menschengruppe ins Innere des VinziPort -einer Notschlafstelle für Leute, die sonst nirgends unterkommen können und auf der Straße nächtigen müssten. Fritz R ist selbst einer von rund 1200 Wiener Obdachlosen. Heute wird er als eine Art Stadtführer seine Gäste in drei soziale Einrichtungen führen und dabei Einblicke und Informationen aus seinem Alltag geben.

Fritz R. trägt einen dunkelgrauen Wollmantel, Schal, Rollkragenpulli, Bluejeans und hellbraune Schnürstiefel. Äußerlich sieht er nicht so aus, als ob er seine Nächte in Notschlafstellen wie dem VinziPort verbringen müsste. "Es geht unglaublich schnell, dass man auf der Straße steht", erzählt er. Seit 2007 ist er mit einigen


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