"Flüchtlinge sind keine Heiligen"

Kann man die Asylkrise meistern? Was soll nach Köln geschehen? Die muslimische Frauenrechtlerin und Asylexpertin Irene Khan hat gute Ideen


Gespräch und Foto: Florian Klenk
Politik | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

Obergrenzen? Kölner Übergriffe? Wertekurse? Clash of Cultures? Irene Khan kennt sich aus. Sie ist Frauenrechtsexpertin, sie war Chefin des UN-Flüchtlingshochkommissariats, sie leitete Amnesty International London - und sie ist Muslimin. Khan war vergangene Woche als Rednerin beim Barbara-Prammer-Symposium zu Gast in Wien.

Frau Khan, was haben Sie sich gedacht, als Sie von den Übergriffen in Köln hörten?

Irene Khan: Ich war schockiert, aber nicht überrascht. Solche Übergriffe sind in arabischen Ländern an der Tagesordnung, denken Sie nur an den Tahrirplatz. Aber auch in Indien oder Südostasien kommt es immer wieder vor. Ich bin sehr besorgt, wie diese Überfälle die öffentliche Meinung über Flüchtlinge verändern werden.

Haben diese Übergriffe etwas mit der "Kultur" der Flüchtlinge oder gar mit dem Islam zu tun?

Khan: Ich habe diese Art von Belästigung an vielen Orten dieser Welt erlebt, einmal hautnah. Sie ereignen sich vor allem in Gesellschaften, die Frauen systematisch und

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