Kunst Kritik

Kuckuckseier, Spiegeltresore und Agentenpoesie

Lexikon | NS | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

Wie passt man sich optimal an seine Umwelt an? Indem man sie spiegelt. Andreas Duscha hatte die Schläfer im Sinn, jene getarnten Terroristen, die erst auf Kommando aktiv werden. Eine Fotoserie zeigt Kuckuckseier, die den Eiern der Vögel gleichen, in deren Nester sie gelegt werden. Davor steht ein Tresor, der mit Spiegeln verkleidet und mit Fotopapier ausgelegt ist. Der Clou: Wer ihn knackt, belichtet das Innere. Mit Gedichten von Robert Frost aktivierte einst der KGB seine Leute. Der Künstler hat die Agentenpoesie auf Spiegel geätzt. Duscha treibt sein Spiel mit Camera-Oscura-Fotografie, kontrastiert langwierige Prozesse mit plötzlichen Einschlägen. Zur vollen "Blüte" kommt seine Kunst aber erst durch die Kenntnis der verpackten Stories.

Christine König Galerie, bis 5.3.


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