Alles nur kein stolzer Finanztempel

Der Erste Campus im Quartier Belvedere ist ein Beispiel für ein Bankgebäude neuen Stils

Stadtleben | Würdigung: Maik Novotny | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

New York, 15. September 2008: Die Investmentbank Lehman Brothers beantragt Insolvenz und die Welt schlittert in die Finanzkrise. Wien, vier Tage später: Die Wettbewerbsentscheidung für den 300 Millionen Euro teuren Neubau des Erste Campus, der Zentrale der Erste Bank, fällt. Kein Wunder, dass diese frohe Nachricht damals mit eher gedämpftem Enthusiasmus aufgenommen wurde: Das öffentliche Bild der Banken hatte sich nach jener Woche grundlegend geändert.

Vier Jahre Planung und vier Jahre Bauzeit später ist der Erste Campus nun fertiggestellt. Er hat fast nichts mehr mit den Bankhäusern alten Schlags zu tun. Kein Turm, kein Tempel. Die Architektur des Wiener Büros Henke Schreieck mit ihren fein gegliederten, geschwungenen Glasfassaden und der sich dazwischen breit durchziehende öffentliche Platz lassen den Komplex mehr wie ein Stadtviertel wirken als wie ein einzelnes Gebäude.

Kein Vergleich zur trutzburgigen Dagobert-Duck-Geldspeicher-Architektur früherer Zeiten des Bankenstolzes.


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