Vor 20 Jahren im Falter Wie wir wurden, was wir waren

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Falter & Meinung | AT | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

Beim Betrachten dieses Covers kann einen Rührung überkommen. Dieser rehäugige Blick! Dieser kraulbare Bart! Diese nachdenkliche Pose! Dazu die Zeile "Christoph Chorherr: neuer Bundessprecher der Grünen?" Der Falter hörte wieder einmal das Gras wachsen und lag damit nicht falsch. Im März sollte es dann soweit sein. Derweil porträtierte Doris Knecht den grünen Hoffnungsträger unter dem Titel "Das grüne Leuchten".

Zwischenschnitt. In Wien stand die Mutter aller Wahlschlachten an, wieder einmal, und Michael Häupl, der junge Bürgermeister, hatte gar nichts gegen diese Bezeichnung und auch nichts dagegen, sich die FPÖ als Gegner anzumessen. Im Gegenteil: "Für die Demokratie, das Klima, das Wohlfühlen in der Stadt ist es mir ein emotionelles, persönliches Anliegen, mich mit den Freiheitlichen auseinanderzusetzen."

Und dann war da noch dieser Khol, Andreas, Klubobmann der ÖVP und vom Falter als "Unschuld vom Dienst" bezeichnet. Der hatte jetzt Probleme, jenen Verfassungsbogen wieder gradzuhängen, aus dem er die Haider-FPÖ schon ausgeschlossen hatte; jetzt holte er sie mit Tauschgeschäften zurück. Dritter Nationalratspräsident gegen steirische Landeshauptfrau, ob der Falter denn wirklich glaube, dass Politik so funktioniere, fragte Khol seine Interviewer Thomas Seifert und Martin Staudinger. Ihre Antwort war lapidar: "Ja."

Zurück zu Chorherr. Dessen Widersacher Johannes Voggenhuber meinte, an die Spitze der Grünen gehöre ",ein enormer politischer Kopf.' Voggenhuber macht kein Hehl daraus, das er einen solchen nicht auf Chorherrs Schultern sucht." Chorherrs Freund Peter Pilz hingegen sah das Heil in einer "Gruppe von Grünen", zu denen er "Monika Langthaler, Alexander Van der Bellen, Terezija Stoisits, Susi Jerusalem, Eva Lichtenberger und ,etliche andere'" rechnete, man darf annehmen, auch sich selber. "Dann haben wir in zwei, drei Monaten das, was wir jetzt jahrelang nicht hatten - offene, moderne, urbane, spannende Grüne. Der Christoph ist in dieser Gruppe einer der ganz Wichtigen."


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