Punkterl

Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

Der Fußballtrainer des SSC Neapel wird für zwei Spiele gesperrt, weil er seinen Kollegen von Inter Mailand beleidigt hat. In dem Streit am Spielfeldrand nannte Maurizio Sarri den Inter-Coach Roberto Mancini eine Schwuchtel. Der gab nicht klein bei, sondern prangerte Sarris Schwulenfeindlichkeit öffentlich an.

Bis zu diesem Eklat war der 57-jährige Sarri der neue Held des italienischen Fußballs. Er wurde mit dem süditalienischen Club Wintermeister, ein Erfolg, der die Neapolitaner an die großen Zeiten mit Fußballgott Maradona erinnert. Vor allem aber wird Sarri als Mann des Volkes verehrt. Sein Vater war Stahlarbeiter im Industrieviertel Bagnoli, und er kommt in Sportbekleidung ins Stadion und zieht prollig an seiner Zigarette.

Auf der einen Seite Inter, der Club der Schnösel und Bonzen aus dem arroganten Norden. Auf der anderen Seite Napoli, Königin des armen, proletarischen Südens. Diesmal haben die Underdogs das Match verloren - durch ein Eigentors ihres Trainers.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige