Die Schlacht der schlafenden Krieger

Apichatpong Weerasethakuls "Cemetery of Splendour" wandelt zwischen Traum und Tiefschlaf

Feuilleton | Filmkritik: Michael Omasta | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

So ein Medium hat' s schwer. "Mich fragen sie immer nach den Lottozahlen", klagt die junge Hellseherin Keng einer älteren Frau namens Jenjira ihr Leid, die im Spital von Khon Kaen regelmäßig nach ein paar Soldaten schaut, die hier wie im Koma vor sich hindämmern.

Die geheimnisvolle Schlafkrankheit rühre daher, erzählen zwei - vor langer Zeit verstorbene - Prinzessinnen der freiwilligen Helferin später, dass unter dem Lazarett ein alter Königspalast samt Friedhof liege und die Geister der Herrscher mit der Lebensenergie der schlafenden Krieger bis heute weiter ihre Schlachten schlagen.

Apichatpong Weerasethakul filmt derlei Merkwürdigkeiten mit der größten Selbstverständlichkeit. "Cemetery of Splendour", sein jüngstes Werk, ist erneut eine Meditation über den Tod und die Liebe, ein Spaziergang zwischen Geschichte und Gegenwart, Wachtraum und Tiefschlaf.

Freunde des Actionkinos, das gleich als Warnung vorweg, werden auch mit diesem Film des thailändischen Kinomagiers, der 2010


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