Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Wiens Geschichte nachhören: Der akustische Stadtplan

Politik | Barbara Tóth | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

Braucht Zeitgeschichte ein Museum? Die Frage stellt sich nicht erst, seit Politik und Wissenschaft über den Sinn des geplanten "Hauses der Geschichte" am Heldenplatz diskutieren (siehe Seite 6). Wie sich Zeitgeschichte anders vermitteln lässt, zeigt der akustische Stadtplan der Österreichischen Mediathek, der diese Woche am Dienstag vom Technischen Museum Wien präsentiert wurde.

Unter www.mediathek.at/stadtplan lassen sich Töne, Stimmen, Musik, Geschichten und Radioreportagen nachhören und jenen Wiener Orten zuordnen, an denen sie handeln oder aufgenommen wurden. Archivaufnahmen kehren damit an ihre Originalschauplätze zurück und legen sich wie eine zweite, akustische Schicht über die Stadt. Mehr als 100 Jahre lassen sich so online von zu Hause aus erforschen. Oder, noch unmittelbarer, mit dem Handy und Kopfhörern ganz einfach zu Fuß, direkt vor Ort. Da erzählt etwa Margaretha Schmitt, Jahrgang 1916, über den Justizpalastbrand 1927 oder ein ehemaliger Zögling des jüdischen Waisenhauses in der Goldschlagstraße über seine Jahre dort oder Mizzi Starecek und Rudi Hermann singen mit dem Lanner-Quartett ein Sieveringer Weinlied. Sehr berührend.


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