Vom Wunsch, Indianer zu werden

Stadtleben | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 05/16 vom 03.02.2016

Können Kinder in eine Fantasiewelt tauchen, ohne dabei am politischen Diskurs teilzunehmen? Das ist die Frage, die der hitzigen Diskussion zugrunde liegt, ob die beliebteste Verkleidung der letzten Jahrzehnte, das Indianerkostüm, noch korrekt ist.

In den Homelands der Political Correctness, USA und Großbritannien, hat sich die Frage an Halloween-Kostümen entzündet. Dunkle Schminke, Sombreros oder der Schmuck der indigenen Stämme Nordamerikas gelten inzwischen als No-Go. Wie weit wird die Diktatur der Identität noch führen?

Natürlich gibt es genügend Beispiele für kulturelle Unsensibilität. Etwa wenn ein Online-Shop für eine schwarze Kraushaarperücke mit angenähtem Knochen wirbt: "Mit unserer Mama-Afrika-Afro-Perücke bist du der Hingucker auf jeder Faschingsparty. Bereits von weitem wirst du als gefährlicher Kannibale erkannt. (...) Du kommst unter deiner Afroperücke mächtig ins Schwitzen? Da siehst du mal, wie es Mama Afrika im Dschungel ergeht."

Auch beim Verkleiden kommt


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