Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Averna

Manchen zu bitter, manchen zu süß, manchen zu Charity

Stadtleben | MS | aus FALTER 05/16 vom 03.02.2016

Die Geschichte des Kräuterlikörs Averna ist wohl schon hinreichend erzählt worden. Man weiß vermutlich, dass das in Sizilien gegründete Unternehmen auf einem jahrhundertealten Geheimrezept beruht, das der Mönch Fra Girolomo 1865 Salvatore Averna geschenkt hat. Man kennt auch mit Sicherheit die Geschichte des Sohnes Francesco, der aus dem aus unzähligen Zutaten bestehenden Likör von 29 Prozent Alkohol eine weltbekannte Marke gemacht hat und 1912 die Erlaubnis erhielt, das Etikett mit dem königlichen Wappen zu versehen. Was man wahrscheinlich weniger weiß, ist, dass nach seinem frühen Tod seine Frau Anna Maria den Betrieb erfolgreich weiterführte. Erst 2014 kam die Übernahme durch das Campari-Unternehmen - bis dahin arbeitete man lieber im Clan. Warum ist Averna so beliebt? Es ist diese Mischung aus bitter und süß und seine geduldige Eigenschaft, sich auf verschiedene Verbindungen einzulassen. Mit Eis oder mit dem Saft von frisch gepressten Blutorangen macht man jedenfalls nichts falsch.

2013 hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen. Man tourte mit prominenten Fans durch Deutschland, um eine sogenannte Chancen-Stiftung zu unterstützen. Bei diesen Benefiz-Events, deren Erlös in Bildung für junge Menschen investiert wird, servieren die Promis Averna-Kreationen und italienische Spezialitäten. Auf den Fotos sind fröhliche Menschen und ein hohes Botoxaufkommen zu sehen. Also am Corporate Sponsorship könnte noch gefeilt respektive gehobelt werden.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige