Wider den erhobenen Zeigefinger

Das Aktionstheater Ensemble beschäftigt sich nicht mit der Not der Flüchtlinge, sondern mit der ihrer Helfer. Die schnelle Reaktion auf Aktuelles ist das Métier der Theatergruppe

Feuilleton | Würdigung: Stefanie Panzenböck | aus FALTER 05/16 vom 03.02.2016

Auf der Bühne stehen im Halbkreis ein paar weiße Plastiksessel. Rechts am Rand hängen Kleider von einer Garderobenstange. Fünf Frauen in unvorteilhaft wirkender Unterwäsche und eine Sängerin in einem langen Kleid kommen herein, am Boden stehen Sektflaschen und Gläser. Eine Schauspielerin, klein, mit rauer Stimme, steht in der Mitte und erzählt lautstark von einem Muttermal auf den äußeren Schamlippen, das sie sich beim Rasieren immer aufgerissen hat, bis sie es sich hat wegoperieren lassen.

Vom Muttermal kommen die Frauen auf die Sehnsucht nach Regen zu sprechen, auf Beschneidungen, irgendwann auf Bettler vor Supermärkten und den Wunsch, in einer Welt ohne Geld zu leben.

Was nach zufällig aneinander gestückelten Szenenfragmenten klingt, ist ein minutiös ausgearbeitetes Stück des Aktionstheater Ensembles und der erste Teil der Trilogie "Riot Dancer", in dem es um prekäre Lebensverhältnisse geht. Das vermeintlich Spontane und leichtfüßig Improvisierte wird keine Sekunde dem


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