Mensch Alter, aber echt jetzt!

Immer mehr Kinder des Bildungsbürgertums und der oberen Mittelschicht sprechen wie Deutsche. Warum?

Stadtleben | Erklärversuch: Birgit Wittstock | aus FALTER 05/16 vom 03.02.2016

Wenn das Kind mit "einer Eins in Mathe" heimkommt, zum Popcorn "eine Cola" bestellt und "Mensch Alter, aber echt jetzt?!" singsangt, dann glaubt man sich nach Deutschland versetzt. Das kann man neuerdings aber auch in Wien haben. Denn unter Teenagern aus dem sogenannten Bildungsbürgertum und der oberen Mittelschicht ist derzeit etwas in Mode, was bei deren Elterngeneration beinahe noch ein Ausgrenzungsgrund gewesen wäre: norddeutscher Akzent.

Nun sind Deutschlandismen, die Übernahme einzelner deutscher Ausdrücke wie etwa krass, lecker oder Junge statt Bub nichts wirklich Neues. Auch Angehörigen der Generation X, jene zwischen 1965 und 1980 Geborenen, und die erste österreichische Generation, die regelmäßig deutsche Medien konsumierte, bald mittels Kabel deutsches Trash-TV wie Bärbel Schäfer und Arabella Kiesbauer schaute, rutschte spätestens, seit sie von Heidi Klums Katjes-Werbung gehirngewaschen wurden, gelegentlich ein "lecker" heraus. Aber bundesdeutsche Aussprache? Die galt


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