Trauer um einen ängstlichen Draufgänger

Der Tiroler Autor Norbert Gstrein erzählt in einem beachtlichen Roman von der Unmöglichkeit, ein gerechtes Buch über Israel zu schreiben

Rezension: Sebastian Fasthuber | Feuilleton | aus FALTER 05/16 vom 03.02.2016

Wenn Sie ein Buch über Israel lesen" heißt der Begleitessay zu Norbert Gstreins neuem Roman in der Literaturzeitschrift Volltext, der auf die Lektüre einstimmen soll.

Der Autor stützt sich darin in weiten Teilen auf Ari Shavits Buch "Mein gelobtes Land", in dem der israelische Journalist voll Wärme, aber auch mit kritischen Untertönen über sein Land und die zionistische Bewegung schreibt: "Besetzung und Bedrohung sind die beiden Eckpfeiler unserer Situation geworden."

Sich ein bisschen auf "In der freien Welt" einzustimmen, kann tatsächlich nicht schaden. Gstrein widmet einen beträchtlichen Teil seines neuen Romans dem Dauerkonflikt zwischen Israel und Palästina. Damit begibt er sich auf noch bedeutend heikleres Territorium als bei seinem umstrittenen Roman "Die ganze Wahrheit" (2010), der als Schlüsselroman über seine ehemalige Verlegerin Ulla Berkéwicz kontrovers diskutiert wurde.

Wenn man ein Buch über Israel schreibt, zumal mit Gstreins Herkunft, muss man natürlich mit Missverständnissen

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