Kunst Vernissage

Auf Papier: Stillleben mit Bier und Tschick

Lexikon | NS | aus FALTER 05/16 vom 03.02.2016

Auf die Ausstellungen der Amerikanerin Lutz Bacher reagieren selbst Kunstprofis oft mit Verwirrung: Das Werk der seit den 1970er-Jahren unter männlichem Pseudonym auftretenden Künstlerin passt in keine Schublade, am ehesten werden ihre Skulpturen, Installationen und Videos noch als "postmodern" beschrieben. Im Jahr 2009 widmete das New Yorker PS1 Bacher eine Retrospektive, nun wird sie in der Secession die Ausstellung "More Than This" eröffnen. Wieder spielen gefundene, popkulturell konnotierte Objekte dabei eine zentrale Rolle, mögen das nun Pressefotos oder Pornobilder, abgenützte Dinge von Altwarentandlern und solche von der Straße sein. Die Frage, wie sich die Identität über Körper, Sexualität und auch Gewalt entwickelt, schwingt in den scheinbar disparat gruppierten Fotos, Filmen und Fundstücken stets mit.

Papierarbeiten in Gouache-Technik hat Bachers Landsmann und Kollege Dike Blair im Gepäck, der als zweiter Künstler von der Secession eingeladen wurde. Sujets aus Bars wie Biergläser oder volle Aschenbecher gehören zu den typisch lapidaren Motiven des 1952 geborenen Malers, der seinen Bildern auch korrespondierende Skulpturen an die Seite stellt und von der mächtigen Gagosian Gallery vertreten wird. Für die Wirkung der Gouachen spielt der nahezu romantische Einsatz von schummrigem Licht eine zentrale Rolle.

In seiner aktuellen Schau "Floors/Doors/Windows/Walls" wird der Maler eine Serie von 50 Bildern präsentieren, die an unabsichtlich entstandene Fotos denken lassen. Mal scheint ein Fensterausschnitt auf, mal ein Stück Boden, sodass nur ein zerstückeltes Raumbild sichtbar wird. Dazu wird Blair eigens für die Secession eine neue Reihe an Skulpturen produzieren, mit denen er das Verhältnis von Bild und Bildträger hinterfragt.

Secession, Do 19.00, bis 3.4.


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