Requiem für einen Träumer

Die Lyrikerin Alice Debord stellte Filme ihres Mannes Guy vor, des Kopfs der Situationistischen Internationale. Draußen tobte die Demo

Feuilleton | Beobachtung: Matthias Dusini | aus FALTER 05/16 vom 03.02.2016

Alice Debord, die 75-jährige Witwe des Situationisten Guy Debord, musste durch eine Polizeisperre, um zu der Veranstaltung im Filmmuseum zu kommen. Am Freitag war das Stadtzentrum abgeriegelt, um die Demonstranten von der Hofburg fernzuhalten, wo der Ball der Burschenschaften stattfand.

In dem im Palais Albertina beheimateten Filmmuseum wurden Filme Debords gezeigt, antikapitalistische Manifeste, in denen auch zahlreiche Szenen von Straßenschlachten aus den 1960er-Jahren zu sehen waren. Jahrzehntelang verstaubten die Streifen in Archiven, nun kommen sie zum ersten Mal in frischen, deutsch untertitelten Kopien ins Kino.

Die Lyrikerin Alice Becker-Ho lernte ihren späteren Gatten, den Kopf der Gruppe Situationistische Internationale (SI), Anfang der 1960er-Jahre in Paris kennen. Die beiden heirateten 1972 und blieben bis zu seinem Tod im Jahr 1994 zusammen. Nach der Vorführung zweier Werke nahm Frau Debord gemeinsam mit Museumsdirektor Alexander Horwath und Regisseur Olivier Assayas an einem


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige