SCHNEE VON GESTERN

Skifahren ist Volkssport? Jahrzehntelang schwelgte Österreich in der Illusion, ein Volk der Pistenflitzer zu sein. Die Realität ist eine andere. Skifahren ist passé, es leben die Alternativen!

Landleben | Bericht: Thomas Rottenberg und Barbara Tóth | aus FALTER 05/16 vom 03.02.2016


Illustration: PM Hoffmann

Illustration: PM Hoffmann

Es gibt kein Menschenrecht auf den Skitag. Sagt der Liftkaiser eines großen österreichischen Skigebiets. Natürlich nicht laut heraus. Über die Mitgliedsbeiträge und Greenfees der – „besseren“ – Golfclubs regt sich ja auch niemand auf. Golf ist aber was anderes. Luxus nämlich. Skifahren nicht. Skifahren ist Volkssport. Der Österreicher, die Österreicherin, wird ja auf zwei Brettln geboren, das Wedeln haben wir in der DNA unserer Wadeln. Wir sind ToniSailerFranzKlammerAnnaFenningerPeterSchröcksnadel.

Behauptet der oder die gelernte Österreicherin zumindest gerne. Auch wenn es längst nicht mehr stimmt. Und im Grunde nie wirklich gestimmt hat. Sich von nationalen Mythen zu verabschieden tut weh. Erst recht, wenn es Mythen sind, die unseren Nationalstolz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit aufgebaut haben.


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