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Waidmannsheil!

Falters Zoo | Lukas Matzinger | aus FALTER 05/16 vom 03.02.2016

Der größte Charity-Ball der Stadt ist ... der Life-Ball findet heuer nicht statt, und deshalb ist es ... der Jägerball! Den hat der Verein "Grünes Kreuz" dieses Jahr zum 95. Mal veranstaltet. Da wurden der Hofburg zumindest ein wenig andere Traditionen gezeigt als eine Woche später beim Akademikerball. Der Eintritt machte 130 Euro, ein Sitzplatz dazu um die 60. Der Erlös geht traditionell an in Not geratene Jäger. Unter den 6600 Gästen war bei dieser lodengrünen Sause ganz schön kapitales Getier. Fangen wir mit den Politikern an: Von Rudolf Hundstorfer und Josef Muchitsch (SPÖ) über Gernot Blümel und Hermann Schützenhöfer (ÖVP), Claudia Gamon und Nikolaus Scherak (Neos) bis zu Johann Gudenus und Heinz-Christian Strache (FPÖ) waren so einige Fraktionen vertreten. Letzterer schoss den Society-Vogel sowieso ab: Strache zeigte stolz seine Neue. Sie heißt Philippa Beck, ist wieder jung, wieder blond und dem geneigten Fernsehjunkie als Fotomodel, Wetteransagerin und zeitweise Pressearbeiterin im Team Stronach bekannt. Sonst gaben einander Richard Lugner, Toni Faber, Christa Kummer, Susanne Riess, Alfons Haider und Josef Pröll die Flinte in die Hand. Draußen begrüßte die obligatorische Gegendemo die Ballgäste. An die 100 Tierschützer forderten ein Ende der Gatterjagd.

Und jetzt zu etwas aber komplett anderem. Die Künstlerin und Falter-Fotografin Julia Fuchs zeigte vergangene Woche in der Galerie Aa collections Bilder, die sie im vergangenen Jahr von und mit dem bunten Kollektiv Club H.Ø.D. geschossen hat. Der Club H.Ø.D. ist ein Wiener Show-und Performanceprogramm. Der versucht Drag, Fotografie, Performance, Party und Musik auf eine Bühne zu bringen. So eine Show kann Spuren von Sekt- und Kaffeeduschen, Make-up-Kanonen, tanzende Sexpuppen, Blut, Drama und Glitzer enthalten. All das hat Fuchs fotografiert. Bei der Vernissage waren neben ihr und der Namensgeberin des Clubs (H.Ø.D. - House of Dutzi), Dutzi Ijsenhower, die Szenegröße Denice Bourbon, der DJ Alkis Vlassakakis und die Künstlerin Zoe de Witt anwesend. Die Ausstellung läuft bis Samstag.

Na Donnerwetter, da wird aber ordentlich was los sein diese Woche auf dem Opernball. "The Last Waltz" von Balllady Desirée Treichl-Stürgkh will sich halt auch Hollywood nicht entgehen lassen. Neben den vom Baumeister und Schon-wieder-Präsidentschaftskandidaten Richard Lugner geladenen Gästen Brooke Shields und Mr. Probz (ein niederländischer Rapper) haben sich jetzt noch ganz andere Kaliber angetragen. Florian Weiss und Familie bringen tatsächlich den berühmten Filmschauspieler und perfektesten Romy-Schneider-Partner Alain Delon zum Ball. Der Kölner Millionär Weiss, der voriges Jahr noch mit Helmut Berger fix zusammen war, macht langsam, aber sicher dem Mörtel echte Konkurrenz, was "berühmte Leute bezahlen, damit sie mit einem feiern" betrifft. Sonst kommt der Opernsänger Plácido Domingo und die halbe Politelite dieses Landes. Auch der Ein-bisschennoch-Präsident Heinz Fischer wird eine letzte Runde tanzen. Arnold Schwarzenegger überlegt noch.

Die Pratersauna ist tot. Einer der aufsehenerregendsten Wiener Clubs der vergangenen Jahre hat sich nun mit einem echten Berliner Wochenende vom Nachthimmel verabschiedet. Freitag auf Samstag voll, dann Samstag bis Sonntag durchgehend. Ein Allstar-Line-up hat gespielt, von HVOB bis Peter Kruder, und alle anderen habenartig getanzt. Aber Gottlob, in wenigen Monaten sperrt der Laden wieder auf. Der Herr des DOTS-Imperiums Martin Ho wird die Sauna pachten und Neues damit probieren - gestalterisch, musikalisch, kulinarisch, konzeptionell. Für den langen Winter muss sich die Partyherde einen neuen Club suchen.


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