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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 05/16 vom 03.02.2016

Es war eine durchaus ungewöhnliche Pressekonferenz. Ganze 15 Minuten hielt FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bei der Präsentation seines Bundespräsidentschaftskandidaten einen Monolog darüber, wie viel Blödsinn Medien schreiben würden. Der Boulevard, der sei am allerärgsten. Der erfinde sich doch seine Geschichten selbst. "Konstruktionsjournalismus" sei das, schimpfte der FP-Chef, ein Neologismus, den Strache wohl von seinem Generalsekretär Herbert Kickl in sein Manuskript geschrieben bekommen hat.

Und wo gibt der FP-Chef das "Strache und Philippa"-Exklusivinterview zu seiner neuen Beziehung? Erraten. Im konstruktionsjournalistischen Blatt Österreich. Wobei man zu Straches Ehrenrettung sagen muss, in einem Mini-Interview zweimal den Satz "Aber wir bitten schon auch darum, auch unser Privatleben zu respektieren" unterzubringen, ist wohl Indiz dafür, dass der FP-Chef das Interview nicht mit rasend großer Begeisterung geführt hat. Aber so ist das eben mit der FPÖ und dem Boulevard: Man schimpft auf die Schmierblätter - und kann doch nicht ohne sie.


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