Der Tanz der ausgebrannten Herzen

Die Albertina zeigt Fotografien aus den japanischen Sixties, einzigartige Bilder der Revolte und Einsamkeit


Rundgang: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 05/16 vom 03.02.2016

Ein Höhepunkt des Museumsjahres führt in die düstere Welt der japanischen Nachkriegsavantgarde, als Künstler und linksradikale Aktivisten die Wiederaufbauidylle attackierten. Im Mittelpunkt der Ausstellung in der Albertina steht das Magazin Provoke, das zwischen 1968 und 1969 in nur drei Ausgaben erschienen ist und als Höhepunkt der zeitgenössischen Fotografie gilt. Die Redaktion bestand aus dem Kritiker Kōji Taki, dem Schriftsteller Takahiko Okada und den Fotografen Takuma Nakahira, Yutaka Takanashi und Daidō Moriyama.

Hier war Schluss mit den sorgsamen Kompositionen der Magazin-Fotografie und der Empathie sozialer Reportage. Die ohne Blick in den Sucher aufgenommenen Bilder kappten die Distanz zwischen Betrachter und Dargestelltem, ließen Körper zu unscharfen Fragmenten verschwimmen und vermittelten so den Eindruck von Verletzlichkeit. Landschaften und Stadtbilder wurden zu Chiffren psychischer Grenzgänge verfremdet.

Die Künstler verwendeten raues Papier, um den Druck möglichst

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