Kommentar Familienpolitik

Hej, Politik: Gebt allen Vätern ein Recht auf den Papamonat!

Falter & Meinung | Barbara Tóth | aus FALTER 05/16 vom 03.02.2016

Familienpolitik könnte so spannend sein, würde sich die Regierung etwas trauen. Denn hier kann man richtig etwas bewegen und das Leben von Menschen von einem Tag auf den anderen ändern.

Etwa, wenn man den "Papamonat" zum Rechtsanspruch machen würde. Stattdessen hat Familienministerin Sophie Karmasin jetzt nur einen freiwilligen "Papamonat" für alle vorgeschlagen, ohne Rechtsanspruch, im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber und mit nur 22 Euro pro Tag abgegolten.

Jene 31 Tage, die Väter in Zukunft nach der Geburt ihres Kindes zuhause sein dürfen, sind also auch weiterhin nur ein Vielleicht, kein Sicherlich. Mann kann sie nur nehmen, wenn er genug Geld angespart hat. Und sein Chef es unterstützt. Die Realität schaut anders aus. Was, du bist Vater geworden und willst dir deshalb frei nehmen? Dann müssen wir uns leider von dir verabschieden. Deswegen wäre es noch besser, wenn man den geplanten "Papamonat neu" mit spürbaren Strafzahlungen für jene Unternehmen verknüpft, die die Zeit beim Baby ihren Mitarbeitern verwehren. Und ihn besser dotiert. Mit 80 Prozent des Letztgehalts etwa, gedeckelt bei 2000 Euro.

Nein, mit weiteren "Ihr könnt, aber ihr habt kein Recht darauf"-Familiengesetzen wird das nichts mit dem Familienmusterland Österreich, das der ÖVP immer vorschwebt.

Dafür muss sie sich schon trauen, den Widerstand ihrer Unternehmerlobby zu brechen. Beamte haben übrigens seit 2011 das Recht auf einen - leider unbezahlten - Papamonat, jeder siebte nutzt es, vor allem im Innen- und Verteidigungsressort. Von wegen harte Burschen können nicht wickeln!


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