Buch der Stunde

Der Fremde ist der Prototyp des Städters

Feuilleton | Maik Novotny | aus FALTER 05/16 vom 03.02.2016

Urbanität ist heute immer mehr zum Schlagwort verkommen, mit dem etwa sündteure Innenstadtimmobilien angepriesen werden. Doch was macht Stadt und Urbanität aus? Warum sind Städte attraktiver denn je?

Walter Siebel untersucht in seinem jüngsten Buch den Begriff der Stadtkultur mit der gebührenden Sorgfalt. Dabei spannt er den Bogen von der griechischen Polis bis zur virtuellen Welt. Für Siebel ist die Stadt der Ort, an dem man dem Fremden begegnet. Für seine Mitbürger bedrohlich und

verlockend zugleich, produziert die "Reibungswärme" dieser Begegnungen kulturelle Energie. Der Fremde ist der Prototyp des Städters. Die goldenen Zeitalter der Stadtgeschichte liefern dafür reichlich Beweise. "Städte entstehen nicht nur durch Zuwanderung, sie sind auch auf Zuwanderung angewiesen", so Siebel. Eine Tatsache, die man sich gerade heute wieder bewusst machen sollte.

Weitere Kapitel widmen sich der Stadtkultur von anderen Seiten: mit einer kritischen Beleuchtung der "Kulturisierung" der Städte


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