Theater Kritik

Party hard! Dann bleibt die Welt draußen

Lexikon | SS | aus FALTER 05/16 vom 03.02.2016

Nach den Anschlägen in Paris hieß es: "Wir lassen uns das Feiern nicht verbieten". In Harold Pinters 1991 entstandenem Stück "Party Time" ist eine Gesellschaft am Feiern, während ihre Stadt zusammenzubrechen scheint. Aber kein selbstbewusster Widerstand umgibt die exklusiven Partygäste, die auf einem Stahlgerüstbalkon ihre Champagnergläser leeren, sondern eine Künstlichkeit und Ignoranz dem Weltgeschehen gegenüber. Nur ein paar wenige Male lässt sich erahnen, dass draußen etwas aus den Fugen gerät, aber das bewegt die exzentrisch Gekleideten nicht. Der Regisseur Miloš Lolić lässt sie ihre Gespräche permanent wiederholen und selbst in Extremlagen noch führen und überführt sie so ihrer Oberflächlichkeit. Eine recht spaßige Angelegenheit über das ignorierte Grauen.

Burgtheater-Kasino, Fr, Sa, Mo 20.00


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