Buch der Stunde

Ob Moped oder Mensch, alles muss sterben

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 06/16 vom 10.02.2016

Ende der 1980er bricht der Platzgummer-Hansi als ganz junger Bursche nach New York auf. Rockstar will er werden und der Enge der Heimat entfliehen. Auf seinem alten Moped geht es zum Flughafen Zürich, ein Spezl chauffi ert ihn. Das Moped darf er dafür behalten. Allzu lang überlebt es die Fahrt freilich nicht.

Was wohl aus dem Hansi geworden ist, räsoniert der Ich-Erzähler in Hans Platzgumers neuem Roman ein Vierteljahrhundert später; Rockstar offenbar nicht, die Kunde davon wäre bis nach Vorarlberg durchgedrungen. Im Vorbeigehen erinnert Platzgumer (seinem Künstlernamen fehlt auf den bürgerlichen nur ein "m") an seine Vergangenheit als Hero des Gitarrenrock-Underground.

Man würde sich von seinem Buch - nach einigen Veröffentlichungen in kleineren Verlagen ist es sein Debüt bei Zsolnay - mehr Lässigkeit in der Art wünschen. "Am Rand" trägt ein bisschen dick auf. In genau zwölf Stunden will der Ich-Erzähler Gerold Ebner die Aufzeichnungen, die der Leser in Händen hält, zu


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