Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Wir sind am Ende. Darum brauchen wir in der Politik das Licht der Utopie


Von Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 06/16 vom 10.02.2016

Drei Wochen können die Perspektive ganz schön zurechtzurücken. Drei Wochen Kerala allerdings sollten es schon sein. Dieser schöne indische Bundesstaat, wo eine Bevölkerung von der Größe Kaliforniens (38 Millionen) auf der Hälfte des Raumes von Österreich lebt, hatte die erste frei gewählte kommunistische Regierung der Welt (1957). Sie wurde von Premierminister Jawaharlal Nehru auf Betreiben seiner Tochter Indira Gandhi mithilfe der CIA nach zwei Jahren per Ausnahmezustand abmontiert; ein Sündenfall der indischen Demokratie, den sie später fast hundertmal wiederholte.

Die Kommunisten wurden dennoch immer wieder gewählt und regierten Kerala abwechselnd mit der linkszentristischen Kongress-Partei. Leider wurden sie im Lauf der Zeit ebenso korrupt wie diese, zudem blieben nach guten Anfängen wirtschaftliche Erfolge aus, sodass die hindunationalistische BJP-Partei des indischen Präsidenten Narendra Modi, die bisher im Regionalparlament nicht vertreten ist, immer stärker aufkommt.

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