Katholisch-sozialistische Sachlichkeit

Das Wien Museum entdeckt die politisch brisanten Œuvres zweier Zwischenkriegsmaler wieder

Feuilleton | Kunstkritik: Matthias Dusini | aus FALTER 06/16 vom 10.02.2016

Das Programm der Museen beschränkt sich meist auf Schieleklimtkokoschka, sodass Künstler aus der zweiten Reihe übersehen werden. Das Wien Museum präsentiert in einer von Ralph Gleis sorgfältig kuratierten Schau zwei Maler, die im Schatten der modernen Heroen stehen.

Otto Rudolf Schatz (1900-1961) und Carry Hauser (1895-1985) besuchten beide die fortschrittliche k.k. Kunstgewerbeschule und fanden in dem Kunsthistoriker und Journalisten Arthur Rössler - wie Egon Schiele - einen einflussreichen Unterstützer. Betrachtet man ihre künstlerische Entwicklung, fallen die formalen Gemeinsamkeiten auf.

Beide deklinierten die Ismen der modernen Kunst durch -von expressionistischen Anfängen über die Neue Sachlichkeit bis zum Realismus der Zeit nach 1945.

Ihre beiden bekanntesten Bilder entstanden Ende der 20er-Jahre: Hauser malte 1927 die "Jazzband"(kommt im Laufe der Ausstellung nach Wien, da als Leihgabe im Ausland), Schatz 1929 den "Ballonverkäufer". Die regungslosen Gesichter und das unterkühlte

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