Von der Josefstadt nach Hollywood

Regisseur, Produzent, Showman und Jurist: Otto Preminger wird im Filmmuseum gewürdigt

Vorschau: Michael Omasta | Feuilleton | aus FALTER 06/16 vom 10.02.2016

Otto Preminger, der in Wien aufgewachsene Hollywoodregisseur, liebte es, sich selbst in Szene zu setzen. In einem eigens gedrehten Werbefilm zu seinem grandiosen Gerichtssaaldrama "Anatomy of a Murder" (1959) schwört er selbst vorab die Darsteller und Crew darauf ein, ihr Bestes zu geben: James Stewart, Lee Remick, Ben Gazzara und Duke Ellington, der den Score zum Film beisteuert.

Preminger (1905-1986) hatte Jus studiert und das Theater in der Josefstadt geleitet, bevor er in die USA emigrierte. "Am 21. Oktober 1935 war mein zweiter Geburtstag", heißt es in seiner Autobiografie über die Ankunft in New York und den Anblick der Freiheitsstatue. "Das Gefühl überwältigte mich, dass nun ein neues Leben beginne. Den Otto Preminger mit Adresse in Wien gab es nicht mehr."

In Hollywood pflegte er das Image des teutonischen Tyrannen. Viele seiner Filme dagegen sind glücklicherweise subtiler. So die Reihe von Films noirs, die er, beginnend mit "Laura" (1944), bei der 20th Century Fox drehte.

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