Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 06/16 vom 10.02.2016

Pop

Get Well Soon: Love

Konstantin Gropper eröffnete seine musikalische Trauer-und Heilanstalt Get Well Soon vor acht Jahren mit Indierock-Kammerpop zwischen Arcade Fire und Naked Lunch, aber auch Referenzen, die von Techno bis zum Sinfonieorchester reichten. Drei Alben später traut sich der oberschwäbische Melancholiker über ein Konzeptwerk zum ältesten Thema der Liedschreiberzunft. "Love" ist von Jammerlappen-Musik weit entfernt und auch kein banaler Kitsch: Man lauscht einem kleinen Meisterstück düsterer Romantik. (Caroline) SF

Jazz

Angelica Niescier/Florian Weber: NYC Five

Die sechs Stücke auf ihrem mit Musikern aus New York eingespielten Album haben sich die aus Polen gebürtige Altsaxofonistin und der Kölner Pianist gerecht geteilt. Dass die CD "nur" 47 Minuten dauert, ist a) generell eine gute Idee und b) auch deswegen kein Verhau, als die Interaktion dieses exzellent besetzten Quintetts dicht genug ist. Spannend und souverän hält es die Balance zwischen Nervosität und Kontemplation, Expression und Introvertiertheit und spielt bei aller nähmaschinenhaften Präzision beseelt. (Intakt) KN

Lokal

Dickbauer/Stippich/Havlicek: Vienna Folk

Vier musikalische Größen der lokalen Szene legen ihre erste Zusammenarbeit vor. Maria Stippich (Gesang), Helmut Stippich (Knopfharmonika), Peter Havlicek (Kontragitarre) und Johannes Dickbauer (Violine) legen traditionell Wienerisches wie den Dudler über bisweilen disharmonisch anmutende Jazzklänge. Trotzdem: Die Töne greifen ineinander und bescheren den Hörenden, begleitet etwa von einem Text des Autors Robert Kolar, weichen, bekömmlichen Musikgenuss. Das Experiment ist also gelungen. (non food factory) SP


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