Ein humorvoller Humanist mit Sinn fürs Grobe

Feuilleton | Nachruf: Klaus Nüchtern | aus FALTER 06/16 vom 10.02.2016

Roger Willemsen war ein super Typ. Das ist nicht bloß so dahergesagt, das ist überprüfbar. Schon der schiere Output war ein Hammer: Dissertation über Robert Musil; Habil über den Selbstmord dann nicht eingereicht, bloß publiziert; stattdessen eine fulminante, mit Grimme- und sonstigen Preisen einigermaßen adäquat gewürdigte Medienkarriere; hunderte von Interviews im Jahr, Talkshows Reisereportagen, Dokus, Essays, Hörund andere Bücher, alle zertifiziertermaßen klug, verständig, eloquent, beißend ironisch

Das ist das eine. Das andere ist, dass der 1955 in Bonn geborene, stets bubenhaft wirkende Tausendsassa von einer wahrhaft stupenden Menschenfreundlichkeit war, sich aber auch geneigt zeigte, "sechs verschiedene Sorten Scheiße" aus der Horrortussi Heidi Klum rauszuprügeln und den pseudofeministischen Kontrollfreak Madonna, die er interviewt hatte, ein "kaltes Stück Materie" hieß. So geschehen in der Sendung "Willkommen Österreich", wo ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit


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