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Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 06/16 vom 10.02.2016

Am Brenner, der Grenze zwischen Österreich und Italien, soll ein Zaun gebaut werden, um die Flüchtlinge besser kontrollieren zu können. Das will die Südtiroler Handelskammer von der Innsbrucker Polizei erfahren haben. Der Warenverkehr und der Tourismus würden darunter leiden, kritisieren die Handelsvertreter.

Die Sensibilität der Südtiroler gegenüber der Maßnahme ist verständlich. Denn bis zum Jahr 1919 gehörte der Landstrich zur österreichisch-ungarischen Monarchie bzw. zu Österreich. Die Minderheit wehrte sich gegen den Anschluss an Italien, manche nennen den Brenner bis heute eine Unrechtsgrenze. Als 1998 durch das Schengen-Abkommen die Grenzkontrollen überflüssig wurden, war das Balsam auf alte Wunden - die nun wieder aufreißen.

Alles halb so wild. Zäune dienen auch dazu, Kuhherden zusammen-und Rehe vom Gartengemüse fernzuhalten. Wenn im Sommer die Pilzsaison beginnt, werden wieder dunkelhaarige Männer mit südlichem Teint auftauchen und die Tiroler Wälder plündern. A bissl a Zaun konn net schodn!


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