"Ich suche das Unmittelbare"

Reisen mit dem Stift :Die Falter-Illustratorin Bianca Tschaikner präsentiert ein poetisch-berührendes Buch über ihre Erlebnisse im Iran und in Indien


Buchvorstellung: Stefanie Panzenböck
Feuilleton | aus FALTER 06/16 vom 10.02.2016

Eigentlich sollte es ein Projekt über persische Gärten und Poesie werden. Die seit dem Mittelalter mit Wasser-, Licht- und Schattenspielen, Palästen und Pavillons angelegten Parks mit dem Namen "Paradaidha" waren nicht von ungefähr der Ursprung des Wortes "Paradies". Sie fanden Eingang in die Werke des berühmten persischen Dichter Hafis und dessen großen Bewunderers Johann Wolfgang von Goethe.

Doch auf der einmonatigen Reise durch den Iran stellten sich die Gärten für die Illustratorin Bianca Tschaikner als das am wenigsten Spannende heraus. Die Begegnungen mit den Menschen wurden zu ihrer Inspiration. "Ich suche das Unmittelbare, das Lebendigkeit ausdrückt. Es ist dann so, als ob der Moment aufs Papier fließt." Aus dem Buch über Gärten wurde ein märchenhaft anmutendes Reisetagebuch in über 70 Schwarzweißzeichnungen.

Tschaikners Leben ist Reisen. Sobald es ihr möglich war, verließ sie ihre Heimat. Der Grund ist so banal wie einleuchtend: "Warum soll ich in Österreich bleiben,

  717 Wörter       4 Minuten
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