Der Takt der Stadt

Rolltreppen geben jeder Stadt ihren ureigenen Rhythmus vor. Eine These

Stadtleben | Geschwindigkeitsmessung: Lukas Matzinger | aus FALTER 06/16 vom 10.02.2016

Rolltreppen sind metallgewordene Urbanität. Sie bringen tausende Menschen, die nichts voneinander wollen, außer in die gleiche Richtung, in die gleiche Richtung. Sie sind pure Mobilität und doch so unbefriedigend statisch. Und sie sind Brennpunkt des urbanen Betragens, wenn die, die schneller wollen, auf die prallen, denen langsam reicht. Rolltreppen sind geeignet, existenzielle Fragen einer Stadt zu verhandeln.

Zum Beispiel ihre Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeit der Rolltreppe kann einem, wenn man nur ruhig dasteht, für sich, und kurz innezuhalten glaubt, still und heimlich ihren immer gleichen Rhythmus aufschwatzen. Wenn die harten Kanten der Stufen in den Kamm des Ausstiegs gleiten, möchte man das Tempo intuitiv in die Ebene mitnehmen. Als wäre es von Gott gewollt. Da fahren sie den ganzen Tag, jede für sich so unschuldig, und geben ihren Städten unnachgiebig ihren Lauftakt vor.

Die Fahrgeschwindigkeiten von Rolltreppen sind heute ein umstrittenes Thema. Matthias Korte von den

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