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Pressekolumne


Nina Horaczek
Medien | aus FALTER 06/16 vom 10.02.2016

Nein, das ist keine Detektivgeschichte. Auch wenn es so klingt. Die gesamte Steiermark sucht derzeit den Vulgo, berichtet die Kleine Zeitung. "Oft sind es Namen, die sofort die Fantasie anregen: Was mag hinter Lackenbauer stehen, wie sieht es beim Ödhof aus, wie liegt wohl der Sonnleitner?", fragt das vor allem in der Steiermark und in Kärnten gelesene Kleinformat.

Da freut man sich als Leserin doch glatt darüber, in einer Gegend geboren worden zu sein, in der die Häuser mehr als zwei Stockwerke haben. Der Winter auf dem Land muss hart sein, wenn sogar ein "Ödhof" reicht, die Fantasie anzuregen. Aber wahrscheinlich ist das bloß urbane Arroganz, der Vulgo, also der Vulgoname von Bauernhöfen, reicht teilweise bis ins Mittelalter zurück. Jetzt kartografiert die Kleine diese alten Namen und bittet alle, die man wie ihr Haus ruft, sich auf www.kleinezeitung.at/vulgonamen einzutragen. Wobei man bei Höfen wie "Grindbam, Grumbam, Wedlbam, Wumban, Ebban, Irban" und "Dunstbam" nur wünschen kann, deren Besitzer hatten beim Echtnamen ein bisschen mehr Glück.


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