Theater Kritiken

Blöd wie Blunzngröstl: Eine gestörte Familie

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 06/16 vom 10.02.2016

Es herrscht ein rauer Umgangston in dieser "Sippschaft". Dass die erwachsenen Kinder noch oder vielmehr wieder bei den Eltern wohnen, macht es nicht besser. Der von Geburt an gehörlose Sohn Billy (überzeugend: Thomas Marchart) könnte sich wegen seiner Behinderung beinahe glücklich schätzen. Als er aber eine Freundin findet, von daheim ausziehen und auch noch Gebärdensprache erlernen will - der tyrannische Vater hatte das bislang verhindert -, dräut die Katastrophe. Nina Raines Familiendrama (im Original: "Tribes") wird von Babett Arens in der Scala, mit Übertiteln und recht witzig ins Österreichische übersetzt, einfühlsam inszeniert. In einigen Momenten gelingt es gar, die Grenzen zwischen den beiden Welten zu verwischen. Das Ende ist zwar reichlich kitschig, davor geht es aber schön deftig zur Sache.

Scala, Fr, Sa, Di-Do 19.45


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