Kommentar Bürgerbeteiligung

Schwedenplatz neu: Bauen, aber was?

Falter & Meinung | Birgit Wittstock | aus FALTER 06/16 vom 10.02.2016

Auf dem Papier wurde der Schwedenplatz schon ungezählte Male umgestaltet: Da war Mitte der Nullerjahre das gewagte Trialto-Projekt des Wiener Architekten Gregor Eichinger, das mit einem Geflecht aus sieben Fußgängerbrücken den Schwedenplatz mit der andere Kanaluferseite verbinden sollte. Da war 2014 Ursula Stenzels ungewohnt revolutionäre Idee von der Untertunnelung, mit der die ehemalige schwarze Bezirksvorsteherin der Innenstadt den Verkehr vom Kai verbannen wollte, und da ist das Wettbewerbsverfahren zur Neugestaltung, das die grüne Planungsstadträtin und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou 2013 angeleiert hat und zu dessen sechs Konzepten gerade ein Bürgerbeteiligungsverfahren läuft.

Was die Neugestaltung des sechs Fußballfelder großen Areals kosten dürfen wird, ist noch nicht sicher. Maria Vassilakou redet zwar von einem zweistelligen Millionenbetrag, ÖVP-Bezirksvorsteher Markus Figl sagt aber, die Finanzierungsfrage sei noch offen.

Geplant sind mehr Grün, ein paar Wasserspiele, viel betonierte Freifläche, ein bisschen Stadtmöblierung, Schanigärten, Rampen und Plattformen auf verschiedenen Ebenen und vielleicht sogar zwei neue Brücken in die Leopoldstadt: Die Vorschläge, die es derzeit zu begutachten und kommentieren gibt, sind allesamt ganz nett, aber von visionär, radikal und mutig ziemlich weit entfernt. Halt ein bisserl neue Mahü auf groß. Nur dass keiner der Entwürfe das Verkehrsproblem am Schwedenplatz löst.

Aber möglicherweise reißt ja die Bürgerbeteiligung das Steuer noch herum und beschert Wien einen richtig innovativen Platz mit Fokus auf den Donaukanal anstatt auf die vierspurige Stadtautobahn.


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