Kommentar Kultur

Moralisch unschön: Das Volkstheater streicht ein Stück über Flüchtlinge

Falter & Meinung | Matthias Dusini | aus FALTER 06/16 vom 10.02.2016

Das Volkstheater sagte die Premiere des Stücks "Homohalal" von Ibrahim Amir ab. Der Autor wirft darin einen düsteren Blick in die Zukunft. Im Jahr 2033 begegnet sich eine Gruppe ehemaliger Aktivisten und Aktivistinnen wieder, die 2013 im Refugee Protest Camp in der Wiener Votivkirche zusammengefanden. Eine der Migrantinnen ist inzwischen die konservative Innenministerin, ein Veteran kann nicht verstehen, dass sein Sohn schwul ist.

Begründet wird die Streichung des Stücks damit, dass sich die Vorzeichen für eine Inszenierung geändert hätten. Der öffentliche Diskurs über "Geflüchtete" sei zurzeit stark von Angst und Hass geprägt. "In dieser Situation ist eine Dystopie kein geeignetes Mittel zur Auseinandersetzung über die Zukunft schutzsuchender Menschen in Österreich."

Der Text eines Autors wird für literarisch wertvoll erachtet und auf den Spielplan gesetzt. Dann befindet die Theaterleitung, dass das Stück politisch nicht mehr opportun ist, und setzt es ab. In weniger demokratischen


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