Kolumne Außenpolitik

Wie der Altlinke Bernie Sanders die US-Politik aufmischt

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 06/16 vom 10.02.2016

Nach allen Regeln des Politmarketings dürfte US-Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders keine Wahl gewinnen. Aber gerade seine Unangepasstheit begeistert immer mehr junge Wähler. Die Favoritin für die demokratische Präsidentschaftskandidatur, Hillary Clinton, hat er schon zu einem Linksschwenk in zentralen sozialen Fragen gezwungen.

Der Senator aus Vermont wirkt wie ein schrulliger, alter Linker. Er ist kein geschulter Redner, er verbreitet keine gefeilten Werbesprüche. Er wiederholt mit einer eigentümlichen Sturheit seit den 1970er-Jahren die gleiche einfache Botschaft. Immer mehr linksliberale Wähler empfinden ihn als ehrlicher, authentischer als die geschliffene Politikerin Clinton.

"Eine Handvoll Leute besitzt fast alles, und fast alle besitzen nichts", schrieb Sanders 1972 in Movement, der Zeitung einer kleinen trotzkistischen Organisation, die sich, wie auch er selbst, als sozialdemokratisch bezeichnet: "Eine Handvoll Leute trifft die Entscheidungen, und die große Mehrheit


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