Landrand Ruralismus

Gut, dass heute jemand nachfragt

Landleben | Gerlinde Pölsler | aus FALTER 07/16 vom 17.02.2016

Ins Visier der Volksanwaltschaft ist eine Waldviertler Volksschule geraten: In einer Klasse blieben von 22 Kindern acht sitzen. Der Schulinspektor beruhigt: "Es war eine außerordentlich leistungsschwache Klasse." Mehrere Eltern hätten selbst eine Wiederholung beantragt.

Das letzte Wort ist in dem Fall noch nicht gesprochen. Wesentlich ist: Mehrere Einrichtungen schauen sich das an, stellen Fragen. Spontane Erinnerung: Obersteiermark, Ende der 1970er-Jahre, die Schreiberin dieser Zeilen war begeisterte Taferlklasslerin. Trotz der schlagkräftigen Klassenlehrerin ist gleich Direktorin. Besonders auf einen zarten, scheuen Buben hatte sie es abgesehen. Welche Farbe ist das?"Grün", hauchte er. Falsch, es klatschte in seinem Gesicht. B oder D? Falsch. Klatsch. Getroffen hat es jeden einmal. Zum Beispiel beim Singen. Halt, da singt jemand falsch. Du, sing das laut. Falsch, klatsch. Gut, dass die Frau außerschulisch stark engagiert war (Frisör), so waren die Kinder viel sich selbst überlassen.

In anderen Gemeinden lief es ähnlich. Ewig lang kam keine Behörde, um zu schauen, niemand hatte eine Frage.


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