Der totale Häkel

Jahrzehntelang galt Handarbeiten fast schon als reaktionär. Heute sind Häkeln, Stricken und Nähen das bessere Kaufen. Warum eigentlich?

Stadtleben | Auf der Walz: Birgit Wittstock | aus FALTER 07/16 vom 17.02.2016

Sie sind gekommen, um zu nähen: Anna, Anfang 20, ihre Mutter Edith und die Mittfünfzigerin Eva stehen etwas ratlos in der winzigen Nähwerkstatt des Stoffsalons in der Westbahnstraße. In den Händen bunte Stoffbahnen, die sie gleich zu einem Kulturbeutel verarbeiten sollen, ihnen gegenüber ein paar Nähmaschinen. So einen richtigen Plan, wie das gehen soll, haben sie alle drei nicht.

Eigentlich habe sie ja das Häkeln lernen wollen, erzählt Anna, deren Mutter das Häkelatelier Crocheteria betreibt. Aber irgendwie sei sie dann doch in dem Anfängernähkurs gelandet. Den Workshop Absolute Beginner machen sie und ihre Mutter bereits zum zweiten Mal. Annas Ziel: irgendwann eigene Kleidung fertigen zu können. Aber davon ist sie noch Lichtjahre entfernt. Die Anweisungen der Kursleiterin Sarah, die den drei Frauen erklärt, wie man das Schnittmuster auf dem Stoff feststeckt und mit Kreide abzeichnet, sind für Anna "herausfordernd".

Fast jeden Abend kurz nach Geschäftsschluss versammeln sich


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