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Das Volkstheater strich die Uraufführung einer Komödie über schwulenfeindliche Flüchtlinge. Unterwirft sich das Theater dem Diktat der Political Correctness?

Feuilleton | Analyse: Matthias Dusini | aus FALTER 07/16 vom 17.02.2016


„Soumission“ Premiere am 18.2. im Werk X (Foto: Werk X/Yasmina Haddid)

„Soumission“ Premiere am 18.2. im Werk X (Foto: Werk X/Yasmina Haddid)

Letzte Woche erlebte der Schriftsteller Ibrahim Amir den schwärzesten Tag seiner Karriere. Das Wiener Volkstheater gab bekannt, dass die für April geplante Uraufführung von Amirs Stück „Homohalal“ nicht stattfinden wird. Es geht darin um Flüchtlinge, die an der Besetzung der Votivkirche im Jahr 2012 teilnahmen.

Das Stück werde der aufgeheizten Stimmung im Land nicht gerecht, begründete Direktorin Anna Badora die Absetzung. Handelt es sich dabei tatsächlich um eine verantwortungsvolle „Differenzierung“, wie die Theaterleiterin behauptet, oder um einen Akt der Selbstzensur, der die künstlerische Freiheit beschneidet?


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