"Ich verstehe die Bedenken des Volkstheaters"

Der Bühnenautor Ibrahim Amir nimmt zum ersten Mal Stellung zur überraschenden Absetzung seiner Komödie "Homohalal"

Feuilleton | Statement: Ibrahim Amir | aus FALTER 07/16 vom 17.02.2016

Ich habe vor zwei Wochen erfahren, dass "Homohalal" nicht gezeigt wird. Als Grund wurde mir mitgeteilt, dass der Text, der vor zwei Jahren entstanden ist, an die jetzige politische Situation angepasst werden müsste. Seit den Votivpark-Protesten sei sehr viel passiert und wir hätten nicht genügend Zeit bis zur Premiere, um den Text zu aktualisieren. Man hat befürchtet, dass das Stück heute unpassend sein und falsch rüberkommen könnte.

Ich habe "Homohalal" gemeinsam mit Aktivistinnen des Protests, der Dramatikerin Tina Leisch und der Schauspielerin Natalie Assman, und einigen Refugees in einem Workshop entwickelt. Es ist ein selbstkritisches Stück, in dem wir versucht haben, uns die Zukunft in 20 Jahren vorzustellen. Werden wir dann andere Wertvorstellungen haben als heute? Und wie sieht es mit unserer politischen Einstellung aus?

Im Jahr 2033 treffen sich die Aktivistinnen und die Refugees und feiern den Sieg, den sie 2012 durch die Votivpark-Proteste erreicht haben. Die Lebensumstände


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