Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Über Zensur und Selbstzensur. Ich übe sie ununterbrochen

Falter & Meinung | Von Armin Thurnher | aus FALTER 07/16 vom 17.02.2016

Zensur ist böse, da sind wir uns alle einig. Oder nicht? Natürlich nicht. Wir alle müssten uns zuerst einmal darauf einigen, wer "wir alle" sind. Das Pluralwort, scheinbar so inklusiv wie ein rotweißrotes Fahnenmeer, ist ein Diskriminierungswort. Wer nämlich nicht für uns ist, ist gegen uns. Also sprechen wir, wenn wir sprechen, gerne so, dass die in diesem "Wir" beinhaltete Menge möglichst groß ist.

Ich bleibe der Einfachheit halber beim Ich. Nicht, weil ich hier Bekenntnisprosa produziere, sondern weil ich dem p.t. Publikum ersparen möchte, sich gedanklich gleich aus diesem "Wir" zurückzuziehen, weil es auch mich enthält. Journalistisches Sprechen stellt meistens ein Ich-Sprechen dar, mit Wir-Absicht, mit Eingemeindungs-Absicht.

Jeder gewerblich Sprechende (das sind nicht nur Journalisten, auch Werbetreibende, Schauspieler, Schriftsteller, Politiker und so weiter) verfolgt die legitime Absicht, durch sein Sprechen möglichst viele Leute zu erreichen. Selbstzensur muss logischerweise

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