Kommentar Korruption

Wieso lässt sich die Justiz Grassers Attacken bieten?


Florian Klenk
Falter & Meinung | aus FALTER 07/16 vom 17.02.2016

Karl-Heinz Grasser hat wieder einmal ein Interview zu seinem Strafverfahren gegeben, nein, er hat wieder einmal monologisiert. Diesmal nicht im Profil (das im Gegenzug seinen Steuerakt veröffentlichen durfte), sondern im News (Interviews mit dem Falter lehnt er seit Jahren ab).

Das Interview kommt nicht zufällig daher, es ist exakt platziert, denn dieser Tage wurde endlich der Anklageentwurf gegen ihn fertig - nach jahrelangen Ermittlungen.

Das Interview ist eine lohnende Lektüre, ein Meisterstück der Litigation-PR, also der Manipulation der öffentlichen Meinung durch einen Beschuldigten während eines laufenden Ermittlungsverfahrens.

Grasser trommelt wieder und immer wieder eine Verschwörungstheorie: Die Grünen hätten ihn aus Neid und Missgunst angezeigt, der ehemalige grüne Justizsprecher und langjährige Leiter der Korruptionsstaatsanwaltschaft, Walter Geyer, habe ihn aus politischen Motiven verfolgt. Die Staatsanwälte seien allesamt korrupt, weil sie Akten weitergeben, um ihm

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