Der Mensch erleide Qualen, George Clooney trägt Sandalen

Feuilleton | Filmkritik: Klaus Nüchtern | aus FALTER 07/16 vom 17.02.2016

In der Rolle eines weidlich unentspannten Polizisten musste Josh Brolin in "Inherent Vice" (2014) ein Tablett Kifferkram essen. Kein Wunder also, dass er sich jetzt das Rauchen abgewöhnen will. Dass er alle 24 Stunden in die Kirche kommt, um Abbitte für jede heimlich gerauchte Zigarette zu leisten, geht aber sogar seinem Beichtvater auf die Nerven.

Die Gebrüder Coen lieben es, ihre Protagonisten einzutunken. Wenn das Buch gut genug ist ("No Country for Old Men"), fällt es nicht auf, dass der metaphysische Überbau, den sie gerne entwerfen, lediglich ihr misanthropisches Weltbild eskamotieren soll. Auch in "Hail, Ceasar!" geht es um Theologie. Um bei der Produktion der titelgebenden Sandalenschmonzette im Stile von "Ben Hur" auch ja keiner Glaubensgemeinschaft auf die Füße zu treten, hat Brolin, der den Studiomanager Eddie Mannix spielt, eine Art religiösen Beirat versammelt. Der kabbelt sich um das Gottessohnproblem. "Gott hat keinen Sohn. Und er ist sehr wütend!", wirft der Rabbiner


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