Friedhof der Spektakelkunst

Die Secession bietet der geheimnisumwitterten US-Künstlerin Lutz Bacher einen Auftritt

Feuilleton | Kritik: Nicole Scheyerer | aus FALTER 07/16 vom 17.02.2016

Gut 65 Jahre dürfte Lutz Bacher alt sein. Ihr Geburtsjahr verrät die US-Künstlerin ebenso wenig wie ihren echten Namen. Beim Pressetermin in der Secession trägt sie die grauen Haare damenhaft hochgesteckt, ihre Füße stecken in klobigen Stiefeln.

Als von der "beauty" ihrer Ausstellung die Rede ist, hebt die Diva in Kampfboots skeptisch die Augenbrauen. Und doch werden diejenigen, denen die Schau der geheimnisumwitterten Autodidaktin gefällt, sicher das Attribut "schön" verwenden.

"Ich werde immer wieder als obskur dargestellt, aber dieses Image habe ich nicht selbst kultiviert", meint die Kalifornierin. Lutz wäre einfach nur der Mädchenname ihrer Mutter.

Seit vier Jahrzehnten produziert Bacher unbeirrt Kunst, für die kein Label so richtig passen will. Mehr als schrullig wirkte ihr "Vortrag" vor der Vernissage, bei dem sie barfuß und bestens gelaunt Anekdoten aus ihrer Schulzeit erzählte. Es dürfte auch diese Eigensinnigkeit sein, die Bacher unter Kollegen Kultstatus beschert hat.


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