Pop Tipp

Schwarzkittelpop in der Art-School-Version

GS | aus FALTER 07/16 vom 17.02.2016

Die schwedische Songwriterin Molly Nilsson setzt nicht auf Gitarrenoder Klavierbegleitung. Ihren scheinbar teilnahmslosen und doch betörenden Gesang hüllt sie lieber in ein zartes Synthiepop-Kleidchen. Oder genauer gesagt: in Alleinunterhalterorgelpop im DIY-Indie-Style, Trauerrand unter den Fingernägeln inklusive. Bereits in den frühen Lo-Fi-Aufnahmen schuf sie mit schlichten Billig-Arrangements eine ganz besondere Atmosphäre, irgendwo zwischen bezaubernd und cool. Auf dem aktuellen Album "Zenith" gestattet sich Molly Nilsson nun auch gepflegten Bombast und hymnische Schwelgerei. Unverändert tänzelt sie dabei in selbstvergessener Melancholie vor sich hin, nur dass ihre Art-School-Version des Grufti-Schwarzkitteltums nun eben an der Oberfläche schillert und glänzt.

Brut, Fr 21.00


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